Musicians

„Please, don’t
smash me with answers …“

(WISHES)

Für die, die gut und gerne rasch lesen: Gleich hier, die Musiker von Limestone im Überblick (max. eine halbe Minute Lesezeit).

Für die, die sich langsames Lesen zutrauen: Bitte, nach unten zu den einzelnen Biografien scrollen.

Stefan Angerer, Jakob Mittermeier, Andreas Teufel

Drei Musiker:
Salzburg, Wien, Niederösterreich

Treffpunkt:
Wien

Diplomierte Studien aus Leidenschaft:
Geschichte, Anthropologie, Maschinenbau

Leidenschaften, die in Studien resultierten:
Gitarre, Schlagzeug, Klavier

Tendenz zur selbstgesteuerten Fortbildung:
Komposition, Materialfetischismus puncto Klangerzeuger, Wiener Knopfharmonika

Wurzelstock:
traditionelle alpenländische Musik, Irish Folk, Klassische Musik, traditionelles und modernes Wienerlied, New Orleans Strictly Second Line Rhythm

Stefan Angerer, Jakob Mittermeier, Andreas Teufel

Three musicians:
Salzburg, Vienna, Lower Austria

Meeting point:
Vienna

Academic studies driven by passion:
History, Anthropology, Mechanical Engineering

Passion poured into academic studies:
Guitar, Drums & Percussion, Piano

A certain tendency to self-directed skill enhancement in the fields of:
composition, in-depth studies of materials of drums, Viennese chromatic button accordion

Rootstock:
traditional Austrian Alpine Music, Irish Folk, Classical Musik, traditional and contemporary Wienerlied, New Orleans Strictly Second Line Rhythm

Musikmachen und Musikerfinden sind bei Stefan Angerer untrennbar verbunden, seit er mit Anfang zwanzig eine Steelstring-Gitarre in die Hand nahm. Davor lagen viele Jahre Klassische Gitarre, eine jugendliche irischen Folkband, in der er quer durch Österreich tingelnd Bodhran trommelte, ein halbes Psychologie-Studium, frenetisch gesungene Psalmen und andächtige, gepflegte Weihnachtslieder.

Ob es Thomas Bernhard war oder das salzburgerische Nordalpenklima? Eines Tages packte Stefan seine Gitarre und ging nach Wien. Von da an streifte er zwischen 20-Stunden Job, der Musikuniversität Wien (klassische Gitarre im Rahmen von Musikerziehung; IGP Gitarre Popularmusik), der Universität Wien (Lehramt Geschichte) und volksmusikantischen Ausbrüchen – getarnt als Straßen- und Heurigenkonzerte – ruhelos herum, und riss mit der Gründung eines Volksmusiktrios, das im Rahmen der Yehudi Menuhin Stiftung Live Music Now Wertschätzung erfuhr, sowie einer Folk/Rockband in selbstvergessener Leidenschaft alles mit sich mit, was er an Studierenden, die an außeruniversitären Musik-Projekten mit Folk-Einschlag interessiert waren, auffinden konnte. Ein schneller Erfolg (Publikumspreis bei Popodrom 2001, Vorauswahl für den Song Contest 2002) brachte Auftrittsmöglichkeiten. Aber seine zunehmende Unzufriedenheit mit seiner musikalischen Umgebung schränkte ihn ein. Eine mögliche Option – einen sein Leben auf Jahre hin dominierenden Plattenvertrag mit einer der großen internationalen Plattenfirmen – schlug er aus. Nach Abschluss seiner akademischen Studien war es also Zeit für eine weitere räumliche Veränderung.

2005 absolvierte er ein Jahr Auslandsdienst in Berlin. Aus einem wurden knapp fünf Jahre im Ausstellungs-Management, in denen er in den ersten zwei Jahren nebenher als Singer/Songwriter-Duo (mit seiner nunmehrigen Texterin Anna Gadzinski) auftrat sowie in kleinen Happen ein Fernstudium für Komposition (Berklee Boston) betrieb. Aber die Arbeit im Museum – ein intensives, Stefans Synapsen- und menschliche Verbindungen ungemein beglückendes und bereicherndes Refugium – forderte schließlich ihren persönlichen Tribut. Die Entscheidung war schmerzhaft, aber Musik sollte, musste es sein. Die Möglichkeit in Wien, vorerst oder auch langfristig vom Gitarre Unterrichten leben zu können, erschien als Basis für ein Leben mit Musik nun als der richtige Schritt.

Der Verlust der Berliner Atmosphäre verlor an Schrecken als eine flüchtige musikalische Bekanntschaft aus der Vor-Berliner Zeit ihn einlud, sich mit ihr nun intensiver dem Wienerlied zu widmen. Das bewusstere Eintauchen in den Charme und in die Bissigkeit dieses Genres zapfte seine Musikerfindungsader an und schließlich auch sein Potenzial für das Wort-Erdichten, sodass er diesem Genre nun schon im sechsten Jahr unter dem Namen „Kabene 13“ mit andauernder Freude frönt, noch lustvoller seit 2015 im Zusammenspiel mit dem Akkordeonisten Andreas Teufel. Parallel begannen sich die musikalischen Ideen aus seiner geliebten Fingerstyle-Gitarren-Ecke, die nie ganz ausgetrocknet waren, wieder zu melden und verlangten vehement nach musikalischer Gestalt. Anna Gadzinski nahm sich erneut ihrer Wortebene an. Das und die Begegnung mit der großen Musikalität und Professionalität von Andreas Teufel und Jakob Mittermeier (Schlagzeuger), überzeugten ihn, dass er nun seine Leute gefunden hatte, nämlich solche, die sich mit ihm auf seine musikalische Welt einlassen möchten und können.

Die Jugendphase ist vorbei. Es hat sich herausgestellt, dass ein bisschen mehr Seele und Bedacht im Umgang mit dem eigenen Seelensein nötig ist. Das „Limestone“-Projekt ist für Stefan eine logische musikalische Weiterentwicklung, und eine Liebeserklärung an den Tanz des Lebens.

Andreas Teufel stammt aus dem Piestingtal in Niederösterreich und war bereits ein rasant studierter Doktor der technischen Wissenschaften im Fach Maschinenbau, bevor er mit Bravour ein Konzertfachstudium im Fach Klavier an der Kunstuniversität Graz absolvierte (Abschluss 2007).

Dieser Werdegang wurde konsequent von wohlwollenden Aufmerksamkeitsbekundungen und Auszeichnungen begleitet (Mitglied der Ö1 Talentbörse, Träger eines Würdigungspreises des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, Bösendorfer Stipendiat und Jugend Musiziert Preisträger). Während er seine erste Verpflichtung als Korrepetitor an der Kunstuniversität erhielt, absolvierte er Auftritte von Österreich über Deutschland, Belgien, Südafrika, China bis nach Äthiopien. Seit Herbst 2019 ist er Korrepetitor an der Musikuniversität Wien.

Zur Schrammelharmonika fand Andreas über eine Verkettung von Zufällen – ein geschenktes Instrument führte zu einer Diplomarbeit, die theoretische Auseinandersetzung mit dem Instrument zu seiner spieltechnischen Beherrschung. Heute ist Andreas aus der Wienerlied-sowie der österreichischen Volksmusik-Szene als Akkordeonist auf verschiedenen Knopfharmonikas nicht mehr wegzudenken. Im Rahmen seines umtriebigen Musizieren klinkte er sich 2015 bei Stefans Wienerliedensemble „Kabane 13“ als fixes Mitglied ein.

Mit der Gründung von „Limestone“ traut er sich nun jenseits der volksmusikalischen Akkordstrukturen zu experimentieren. Aber schließlich hat Andreas mit stilistischen Herausforderungen Erfahrung, sein musikalisches Wissen erlaubt ihm große Freiheiten im Ergründen von musikalischen Zusammenhängen, und das Hineinhören in Musik ist seine Begabung. Sie tut „Limestone“ ganz besonders gut.

Nach der Matura am Wiener Musikgymnasium studierte Jakob Mittermeier zunächst Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien; das Schlagzeug bearbeitete er nebenher im Zusammenspiel mit einer alternativen Blues/Rock Band. Mehr und mehr wuchs ihm die Herausforderung zu, Schlagzeug-Lernwillige zu unterrichten. Erst diese Gewissheit, dass ihm auch das Spaß macht, führte ihn zur Aufnahmeprüfung an der Wiener Musikuniversität (IGP Schlagzeug Popularmusik), wo er 2017 erfolgreich graduierte.

Er ist der Jüngste im Bunde von „Limestone“, kann aber trotzdem reichlich Spielerfahrung verweisen, sei es swingend in kleineren Jazzcombos bis Big Bands, oder sei es auch in ganz, ganz anderen Bereichen, wie in der Musik des europäischen Mittelalters.

Seine große Leidenschaft gilt dem Second Line Style und dem New Orleans Funk. Dafür hat es ihn auch schon einmal länger ins Mississippi-Gebiet verschlagen, um vor Ort musizierend zu finden, was in ihm ist: Spielfreude auf allen Ecken und Materialien seiner Trommeln, pulsierende Rhythmen inklusive. Diese so ungezwungen sprudelnde und spielerische Vielfalt macht ihn für „Limestone“ unentbehrlich.

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